Wie arbeitet ein Ghostwriter?

Ghostwriter schreiben im Auftrag ihrer Kunden. Angefangen bei Reden und Ansprachen, bis hin zu kompletten Büchern ist je nach Spezialisierung des Ghosts grundsätzlich alles möglich. Alle Werke eines Ghostwriters haben gemeinsam, dass der Auftraggeber als Autor genannt wird, während der Ghostwriter selbst namentlich nirgendwo aufscheint und über seine Urheberschaft am Werk striktes Stillschweigen bewahrt. Einen Profi für sich schreiben zu lassen ist, wie einen Handwerker zu beauftragen, weder unmoralisch noch verboten – solange es dabei nicht um akademische Arbeiten geht.

Klassische Ghostwriter sind Textprofis, die Vollzeit Manuskripte für Autoren oder Verlage schreiben. Sie werden beauftragt, wenn dem Autor die nötige Zeit oder die schreiberischen Fähigkeiten dazu fehlen, die Manuskriptarbeit für ein Buchprojekt in Eigenregie zügig durchzuführen. Die meisten professionellen Ghostwriter sind selbstständig tätig, unabhängig und arbeiten alleine. Daneben gibt es auch noch Ghostwriter-Agenturen, hauptsächlich jedoch im Bereich des akademischen Ghostwritings. Ich persönlich halte nicht besonders viel von diesem Agenturmodell im klassischen Ghostwriting weil die Autoren dabei für gutes Geld die organisatorischen Strukturen der Agentur finanzieren und trotzdem nur einen schlecht bezahlten Billigschreiber bekommen. Aus gutem Grund schreibe ich nicht für Agenturen.

Ich gehöre zur selbstständigen Spezies unter den Ghostwritern, die grundsätzlich alleine und unabhängig arbeitet. Das hat sowohl für den Autor als auch für mich viele Vorteile. Ich arbeite immer nur für einen einzigen Autor, niemals für mehrere parallel. Ihr Buch hat immer meine volle Aufmerksamkeit, und zwar Vollzeit während der gesamten Arbeit am Manuskript. Ich arbeite mit niemandem zusammen und werde nicht vertreten. Alle Informationen bleiben ausschließlich zwischen Ihnen und mir. Ihr Geld (mein Honorar) fließt ausschließlich und direkt in meine Arbeit an Ihrem Buch, nicht in die organisatorischen Strukturen (den Wasserkopf) einer Agentur.

Ein Ghostwriter braucht den persönlichen Kontakt zu seinem Auftraggeber

Völlig egal, welche Art von Text durch die Hand eines Ghostwriters entstehen soll, ein zentraler Aspekt dabei ist in jedem Fall der direkte Draht zum Auftraggeber. Das künftige Werk befindet sich bereits im Kopf des Autors, der seine Inhalte größtenteils in langen Gesprächen zu Beginn der Zusammenarbeit an seinen Ghostwriter übergibt. Diese Gespräche sind überaus wichtig und bilden das Fundament für die darauf folgende Manuskriptarbeit. Für ein Buch mit 200 Seiten fallen sehr schnell 20 bis 25 Stunden Gesprächszeit an. Diese zeichne ich mit meinem Diktiergerät auf, mache mir Notizen und stelle zwischendurch Fragen.

Diese Gespräche stellen in der heutigen Zeit auch bei größeren Distanzen überhaupt kein Problem mehr dar. Bezahlbare Flüge machen persönliche Treffen zu Projektbeginn zwischen Auftraggeber und Ghostwriter für einige Tage möglich, während derer die Grundsteine für ein komplettes Buch gelegt werden können. Als Alternative oder Ergänzung stehen dann noch Videokonferenzen über das Internet zur Verfügung, welche über den ganzen Globus möglich, und zudem kostenlos sind.

Auch während meiner Arbeit am Manuskript kann es sein, dass hin und wieder Fragen aufkommen, auf die ich möglichst zeitnah eine Antwort brauche, um weiter arbeiten zu können. Dafür sind allerdings keine persönlichen Treffen mehr nötig, in den meisten Fällen genügt ein E-Mail oder ein kurzes Telefonat.

Da heute beinahe überall auf der Welt Internet zur Verfügung steht, kann ich eigentlich so gut wie überall arbeiten und mit jedem Auftraggeber der Welt direkt in Verbindung stehen. Die einzige Einschränkung dabei ist die Sprache. Deutsch ist meine Muttersprache, darin bin ich wirklich gut und deshalb biete ich professionelle Texte gegen gute Bezahlung auch ausschließlich in deutscher Sprache an. Natürlich steht es jedem Autor frei, meine Texte nach der Übertragung der Nutzungsrechte in jede beliebige Sprache übersetzen zu lassen.

Vom Gespräch zum Manuskript

Da es gerade bei Buchprojekten oft um sehr viel Inhalt geht, zeichnen die meisten Ghostwriter die Gespräche mit ihrem Auftraggeber auf. Es geht dabei allerdings um wesentlich mehr, als nur um harte Fakten. Mindestens genauso wichtig ist die Persönlichkeit des Auftraggebers, die ein professioneller Ghostwriter ebenso in den Text einfließen lässt, wie die besprochenen Inhalte. Schließlich steht am Ende des Projektes der Name des Auftraggebers als Autor unter dem Text, beziehungsweise auf dem Cover des Buches. Er soll sich darin auch selbst wiederfinden und sich damit identifizieren können.

Während der Manuskriptarbeit schreibe ich anhand dieser Aufzeichnungen und Notizen das Manuskript Ihres Buches. Weder Schriftsteller noch Ghostwriter schreiben dabei jedoch vom ersten bis zum letzten Wort einen perfekten Satz nach dem anderen. Ein Buch wächst über mehrere Fassungen und Überarbeitungen. Deshalb liefere ich im Normalfall auch nicht ein fertiges Kapitel nach dem anderen an den Autor, sondern eine vorläufige Endfassung des kompletten Buches ganz am Ende meiner Arbeit am Manuskript. Das ist die übliche Vorgehensweise. Natürlich ist es auch möglich, so ein Projekt wirklich Kapitel für Kapitel zu bearbeiten und diese laufend mit dem Autor abzustimmen – das erfordert aber eine wirklich hervorragende Zusammenarbeit Ihrerseits mit mir und das Buchkonzept muss von Anfang an feststehen.

Die Verschwiegenheit von Ghostwritern

Beim Verfassen von Texten entstehen Urheberrechte, die beim Ghostwriter liegen und gemäß geltendem Recht nicht übertragbar sind. Mit der vollständigen Bezahlung meines Honorars bekommen Sie als Autor deshalb neben dem Manuskript Ihres Buches auch alle Nutzungsrechte dafür übertragen. Meine Verschwiegenheit als der Ghostwriter Ihres Buches ist von Anfang an vertraglich festgelegt. Es ist eine Frage des Vertrauens zwischen Autor und Ghostwriter. Wer einen Profi beauftragt, kann jedoch davon ausgehen, dass sich der Ghostwriter strikt daran hält. Seine Diskretion ist die Basis seines Berufes.

Seien Sie deshalb bitte auch nicht verwundert, wenn Sie von einem Ghostwriter keine Arbeitsproben bekommen können. Für alle seine Arbeiten hat er irgendjemandem Verschwiegenheit zugesichert und würde eine grobe Indiskretion begehen, würde er Ihnen etwas davon zeigen. Professionelle Ghostwriter machen mit ihren Arbeiten deshalb auch keine Werbung in eigener Sache.

Ist es legitim, Texte von einem Ghostwriter verfassen zu lassen?

Sowieso, warum denn nicht? Bei den meisten professionellen Ghostwritern ist der Auftraggeber eng in den Entstehungsprozess des Werkes eingebunden. Ideen, Gedanken und Inhalte stammen von ihm, die schreiberische Umsetzung vom Ghostwriter. Damit sind die maßgeblichen Inhalte ohnehin geistiges Eigentum des Autors. Der Ghostwriter übernimmt als Schreibprofi die Rolle des Handwerkers auf der Textbaustelle und stellt dem Auftraggeber die oft fehlende zeitliche Kapazität und sein schreiberisches Können zur Verfügung.

Hin und wieder äußert ein Autor Bedenken, sich nicht mit fremden Federn schmücken zu wollen. Da ich niemals eigene Inhalte zu Büchern beitrage, die ich als Ghostwriter für einen Autor schreibe, teile ich diese Ansicht nicht. Sie sind der Autor Ihres Buches und deshalb stammen auch alle Inhalte von Ihnen. Ich schreibe für Sie, das ist meiner Ansicht nach noch kein Schmücken mit fremden Federn.

Der einzige Bereich, in welchem Ghostwriting meiner Ansicht nach nicht legitim ist, sind akademische Arbeiten. Eine solche werden Sie von mir aber auch nicht bekommen.

Auf einer Wellenlänge

Ein professioneller Ghostwriter muss schreiben können, das ist sein Beruf. Das können Sie auch sehr schnell beurteilen, sobald Sie die ersten Texte aus seiner Feder in Händen halten. Bei der Auswahl eines geeigneten Ghostwriters für Ihr Projekt ist jedoch nicht nur schreiberisches Können wichtig. Autor, Ghostwriter und Thema sollten sich auf einer Wellenlänge befinden. Die Zusammenarbeit mit einem Ghostwriter, besonders bei einem Buchprojekt, ist zu langwierig und zu intensiv, um sich mit jemandem einzulassen, mit dem die Chemie nicht stimmt. Das gilt übrigens auch umgekehrt: Auch ich nehme keine Aufträge von Autoren an, bei denen ich diesbezüglich ein schlechtes Gefühl habe.

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